
Kennst du das? Du liegst nachts gerade im Tiefschlaf und plötzlich hörst du dieses rhythmische, fast schon panische Schmatzen aus dem Körbchen. Viele Hundebesitzer, die zu mir in die Hundeschule Tail-Titans kommen, können sich dieses Verhalten anfangs gar nicht erklären. Doch hinter der nächtlichen Unruhe steckt oft ein schmerzhaftes Problem: Sodbrennen beim Hund. Besonders jetzt, wenn es draußen im Hofer Land so richtig ungemütlich wird, häufen sich diese Fälle bei uns im Training.
Was ist Sodbrennen beim Hund?
Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und dort die Schleimhaut reizt. Ähnlich wie beim Menschen verursacht das ein unangenehmes Brennen oder Druckgefühl. Hunde können uns das natürlich nicht sagen – sie zeigen stattdessen bestimmte Verhaltensweisen.
Anzeichen: Woran erkenne ich Sodbrennen beim Hund?
Hunde leiden meist nachts oder in den frühen Morgenstunden, wenn der Magen leer ist. Da sie uns nicht direkt sagen können, was wehtut, äußert sich Sodbrennen meist durch diese typischen Verhaltensweisen:
- Häufiges Schmatzen und schweres Schlucken
- Exzessives Lecken und Kauen (an sich selbst, an Decken, Wänden oder dem Boden)
- Nächtliche Unruhe (ständiges Aufstehen, Hinsetzen und Platzwechsel)
- Panisches Grasfressen beim Rausgehen, um den Magen zu beruhigen
- Erbrechen von wässeriger, gelber Flüssigkeit (Galle), mit und ohne Futterreste
Ursachen: Warum bekommen Hunde Sodbrennen?
Sodbrennen kann viele Gründe haben. Oft ist es nicht nur ein einzelner Auslöser, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
1. Der Winter-Faktor: Schnee und Streusalz
In meiner Hundeschule in Hof merke ich jedes Jahr aufs Neue: Sobald der erste Schnee im Hofer Land liegt, häufen sich die Fragen meiner Kunden zum Thema Magenprobleme. Es ist fast schon ein Klassiker in der Wintersaison, dass die Anfragen zu nächtlichem Schmatzen und Unruhe sprunghaft ansteigen. Das hat handfeste Gründe:
- Schnee fressen und Kälte: Viele Hunde lieben es, im Schnee zu toben und davon zu naschen. Die extreme Kälte reizt die Magenschleimhaut direkt und kurbelt die Säureproduktion massiv an.
- Die unterschätzte Streusalz-Falle: Das ist ein oft vergessener Punkt. Hunde nehmen das Salz über die Pfoten auf – entweder direkt beim Laufen oder indirekt, wenn sie sich nach dem Spaziergang die Pfoten sauber lecken. Das Salz landet so im Magen und reizt ihn massiv.
- Tipp: Reinige nach dem Gassigehen die Pfoten mit einem feuchten Tuch oder einem lauwarmen Wasserbad. Das schützt den Magen und verhindert gleichzeitig schmerzhafte Risse an den Ballen.
2. Nervöser Magen & Stress
Ein sensibler Hundemagen ist keine Seltenheit. Stress im Alltag spielt eine riesige Rolle, da ein Hund, der innerlich nicht zur Ruhe kommt, vermehrt Magensäure ausschüttet. Typische Auslöser sind:
- Zu wenig oder falsche Auslastung (gerade wenn die Runden im Winter kürzer ausfallen).
- Dauerhafte Reizüberflutung oder Unsicherheit.
- Überforderung im Training.
Manche Hunde zeigen dann sogenannte Übersprungshandlungen – zum Beispiel exzessives Lecken an Gegenständen oder das hektische Fressen von Gras und Erde. Das ist oft ein Hilferuf eines bereits gereizten Magens. Ein entspannter Hund ist meist auch im Magen-Darm-Bereich deutlich robuster.

3. Rassedisposition: Sind manche Hunde anfälliger?
Die Genetik spielt eine große Rolle. Besonders anfällig für Sodbrennen sind folgende Gruppen:
- Sensible Pudel & Hütehunde: Bei Pudeln, Border Collies oder Aussies schlagen Stress und Angst oft direkt auf den Magen.
- Kurzköpfige Rassen (Mops & Bulldogge): Kurze Speiseröhren oder Zwerchfellbrüche begünstigen hier anatomisch Sodbrennen.
- Tiefbrüstige Rassen: Große Hunde wie Doggen oder Schäferhunde neigen bauartbedingt eher zu Reflux.
- Die Allergiker: Terrier und Bulldoggen leiden oft unter Unverträglichkeiten, die sich durch chronisches Sodbrennen äußern.
4. Medikamente und Fütterung
Nicht zu unterschätzen sind medizinische Ursachen oder falsche Routinen:
- Medikamente: Schmerzmittel oder Antibiotika können die schützende Magenschleimhaut angreifen. Hier solltest du immer Rücksprache mit deinem Tierarzt halten.
- Fütterungsfehler: Zu große Portionen auf einmal, sehr fettreiches Futter oder hastiges Schlingen belasten das System unnötig.
Was kann man tun? Hilfe für den empfindlichen Magen
Wenn der Verdacht auf Sodbrennen besteht, sollte bei häufigen Symptomen immer ein Tierarzt konsultiert werden. Zusätzlich kannst du im Alltag viel bewirken:
- Der Betthupferl-Trick: Eine kleine Portion Futter direkt vor dem Schlafengehen sorgt im Magen für mehr Ruhe. Tagsüber kann es helfen, mehrere kleine Portionen zu geben
- Nahrungsergänzung: Es gibt Zusätze auf Basis von Tonerde oder Heilerde, die überschüssige Säure binden und den Magen beruhigen können.
- Stress reduzieren: Sorge für geistige und körperliche Auslastung sowie gezielte Ruhephasen.
Training und Auslastung – oft unterschätzt
Viele denken bei Sodbrennen zuerst an das Futter. Doch auch mentale Auslastung und Entspannung spielen eine große Rolle. Ein Hund, der regelmäßig sinnvoll beschäftigt wird, ist ausgeglichener – und das wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus.
In meinen Kursen bei Tail-Titans in Hof erlebe ich immer wieder, wie stark sich Training, Struktur und gemeinsame Aktivitäten auf das Wohlbefinden auswirken. Ob Tricktraining, Hoopers, Longieren oder entspanntes Alltagstraining – ein ausgeglichener Hund hat meist auch einen stabileren Magen.
Fazit
Sodbrennen beim Hund ist unangenehm, aber gut erkennbar, wenn man die Signale kennt. Besonders im Winter kann das Thema durch Schnee, Streusalz und veränderte Bewegung zunehmen.
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